Die Pflanzen im alten Aegypten : ihre Heimat, Geschichte, Kultur und ihre mannigfache Verwendung im sozialen Leben in Kultus, Sitten, Gebräuchen, Medizin, Kunst / von Franz Woenig.
- Franz Woenig
- Date:
- 1897
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Credit: Die Pflanzen im alten Aegypten : ihre Heimat, Geschichte, Kultur und ihre mannigfache Verwendung im sozialen Leben in Kultus, Sitten, Gebräuchen, Medizin, Kunst / von Franz Woenig. Source: Wellcome Collection.
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![— /396 — der heutigen Heilkunde, wegen des in ihren schleimigen Häuten enthaltenen harntreibenden Scillitin, als ein pro- bates Mittel gegen die Wassersucht, und es wird er- zählt, dass man dem heilkräftigen „Auge des Typhon zu Ehren sogar einen Tempel in Pelusium errichtet habe. Über ihre Verwendung sagt Pinius: „Man nimmt die äusseren trockenen Schalen ab, schneidet den übrigen saftigen Teil in Stücke und hängt sie in massiger Entfernung an Fäden auf. Wenn sie trocken sind, werden sie hängend in ein Gefäss, das mit scharfem Essig angefüllt ist, eingetaucht, ohne das Gefäss zu berühren. Dies geschieht 48 Tage vor der Sonnen- . wende. Dann wird das Gefäss mit Gips zugemacht und ver- strichen und unter ein Ziegeldach gesetzt, das den ganzen Tag von der Sonne beschienen wird. Nach der genannten Zahl von Tagen nimmt man das Gefäss von der Stelle, nimmt die Meerzwiebeln heraus und filtriert den Essig. Es folgt nun eine Aufzählung von Krankheiten, gegen welche die die Meerzwiebel mit Nutzen zu gebrauchen ist, so gegen Augenkrankheiten, Wassersucht, Milzkrankheiten, Magenbe- schwerden, Zahnweh, Schlangenbiss u. s. w. NachPytha- goras muss man Meerzwiebeln an der Thür aufhängen, um gegen Zauber gefeit zu sein.^j ImHerapollo ist auch des bekannten Frauenhaars (Adiantum capillus Yeneris L.), einer sehr verbreiteren Farn- art, als Mittel gegen die Bräune gedacht.^) Der Anwendung des Feigenpflasters gegen Ge- schwüre und Pestbeulen ist schon oben Erwähnung gethan.^) Vom aegyptischen Stratiotes, das nur in den Gegen- den wachsen soll, die vom Nil überschwemmt werden, rühmt Plinius, dass die Blätter, mit Essig aufgelegt, Wunden^ Rose und Eiterschäden heilen.^) 1) Plinius XX, 39. 2) Herapollo: Hierogljph. II, c. 93, p. ]26. 2) Vergl. Plinius XXIII, 63. Dioscorides I, 183. 4) Phnius XXIV, 105.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21084828_0390.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)