Die Pflanzen im alten Aegypten : ihre Heimat, Geschichte, Kultur und ihre mannigfache Verwendung im sozialen Leben in Kultus, Sitten, Gebräuchen, Medizin, Kunst / von Franz Woenig.
- Franz Woenig
- Date:
- 1897
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Credit: Die Pflanzen im alten Aegypten : ihre Heimat, Geschichte, Kultur und ihre mannigfache Verwendung im sozialen Leben in Kultus, Sitten, Gebräuchen, Medizin, Kunst / von Franz Woenig. Source: Wellcome Collection.
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![ältesten Gräber, ebenso auf den Stelen aus dieser Periode finden wir als erstes dekoratives Ornament das gestielte Lotusblatt; zwar ziemlich stark stilisiert, doch immerhin noch so wenig verhüllt, dass dies Element sofort sein Vorbild er- kennen lässt. Vielleicht schmückte es in prähistorischer Zeit in natürlichem Zustande die Aussenwände der Asthütten der ersten Ansiedler and schützte durch göttliche Kraft das dürftige Heim gegen den Zauber der Dämonen. In dieser symboHschen Bedeutung ging es dann in die primitive Holz- ornamentik über und fand zur Zeit der Pyramidenerbauer und noch in den Felsengräbern des mittleren Reichs (XII. Dynastie) als Symbol der Wiedergeburt und Auferstehung an den Fa9aden aufs neue seine Verwendung. (Fig. 166.) Die Form dieses alten Ornaments ist nicht immer die gleiche. Gewöhnlich stellt es, wie in obiger Figur, zwei mit ihren Stengeln gegeneinander geneigte Lotusblätter dar. Die Stengel, unmittelbar unter dem Ansatz der Blattfläche mit 3—5 Bändern zusammengeknotet, laufen gabelig rechts und links in die Ecken der Füllung hinab. Vielfach sind auch die beiden Hälften der Blattspreite unsymetrisch, alsdann entstehen je rechts und links oben weitbogige Blattausschnitte, während die beiden unteren verschwindend klein ausfallen oder nur durch eine rundliche oder faltige Vertiefung ange- deutet werden. Im andern Falle sind die Blattflächen glocken- förmig, die Blattlappen berühren sich gegenseitig nicht mit .;i^iren; Spitzen, und das Ornament verliert seinen geschlosse- .;]aßfi:. Charakter. 1) 9ioi89hAii' den Denkmälern aus der Zeit der IV. u. V. Dynastie ^Ifkäi^ltW^^^Mj! auch bereits ein zweites Ornament, dessen 'mÖti^y'. aeiii Manzenreiche entlehnt wurde. Der Rundstab, wefciier unmittelbar unter dem Hohlkarnis der Wandfläche y^ijit;lapgf,l2i,|aft,.j;in(ii;;^uch Teile der FaQade einschliesst, stellt .*rf .V .(] .lu i'Ti'\ 11/: rn i *>.n. 1) Füllung an den Aussenwänden des Sarkophags des Chu- fuamh, IV. Dynastie, im Museum zu Bulaq. Abgebildet bei Ferrot u. Chipiez: Kunst im Altertum I. S. 183 u. 184.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21084828_0396.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)