Ätiologie, Begriff und Prophylaxis des Kindbettfiebers (1861) / Jgn. Phil Semmelweis ; eingeleitet von Paul Zweifel.
- Ignaz Semmelweis
- Date:
- 1912
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Credit: Ätiologie, Begriff und Prophylaxis des Kindbettfiebers (1861) / Jgn. Phil Semmelweis ; eingeleitet von Paul Zweifel. Source: Wellcome Collection.
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![miert werde, damit nicht fernerhin schon der noch ungeboi'nen Frucht der Todeskeim eingeimpft werde, und zwar gerade von denjenigen, welche zu deren Erhaltung berufen sind. Ein solches Gesetz ist der anderweitigen medizinischen Aus- bildung nicht hinderlich, weil der praktischen Geburtshilfe nur eine verhältnismäßig kurze Zeit gewidmet wird. Ein solches Gesetz würde aber den praktisch-geburtshilflichen Unterricht wesentlich fördern, da es dann nicht mehr so wie jetzt ge- schehen würde, daß die belehrendsten Fälle sich ereignen, wäh- rend die Schüler anderweitig beschäftigt sind. Es ist überall Sitte, dem praktisch-geburtshilflichen Unter- richte‘einen theoretischen vorauszuschicken. Mit diesem theo- retischen Unterrichte müßten die Operationsübungen an Leichen verbunden sein, den Sektionen der im Gebärhause Verstorbenen müßten die Schüler der theoretischen Vorlesungen beigezogen werden, damit die Schüler schon vor ihrer Aufnahme in das Gebärhaus mit der pathologischen Anatomie des Kindbettfiebers, mit den geburtshilflichen Operationen an der Leiche vertraut werden, um solche Beschäftigungen während ihres Aufenthaltes im Gebärhause entbehren zu können. Durch ein solches Gesetz wird zwar die ergiebigste, aber es werden nicht alle Quellen gestopft, aus welchen der die [268] Hand verunreinigende zersetzte Stoffe genommen wird, weil ja im Gebärhause selbst durch Selbstinfektion das Kindbettfieber entstehen kann, welches unter der Form einer Endometritis septica verlaufend, den die Hand verunreinigenden Stoff liefert, es werden ja auch Kreißende aufgenommen, welche an, einen zersetzten Stoff ei*zeugenden Krankheiten leiden. Die Notwendigkeit, die Hand zu desinfizieren, wird daher immer bleiben, und um dieses Ziel vollkommen zu erreichen, ist es nötig, die Hand, bevor ein zersetzter Stoff berührt wird, gut zu beölen, damit der zersetzte Stoff nicht in die Poren der Hand eindringen könne; nach einer solchen Beschäftigung muß die Hand mit Seife gewaschen, und dann der Einwirkung eines chemischen Agens ausgesetzt werden, welches geeignet ist, den nicht entfernten zersetzten Stoff zu zerstören; wir bedienen uns des Chlorkalkes, und waschen uns so lange, bis die Hand schlüpfrig wird. Eine so behandelte Hand ist vollkommen desinfiziert. Träger der zersetzten Stoffe ist übrigens nicht bloß der untersuchende](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28064045_0169.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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