Ätiologie, Begriff und Prophylaxis des Kindbettfiebers (1861) / Jgn. Phil Semmelweis ; eingeleitet von Paul Zweifel.
- Ignaz Semmelweis
- Date:
- 1912
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Credit: Ätiologie, Begriff und Prophylaxis des Kindbettfiebers (1861) / Jgn. Phil Semmelweis ; eingeleitet von Paul Zweifel. Source: Wellcome Collection.
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![Finger, sondern alle Gegenstände, welche mit zersetzten Stoffen verunreinigt sind, und mit den Genitalien der Individuen in Berührung kommen; diese Gegenstände müssen daher vor ihrer Inberührungbringung mit den Genitalien desinfiziert, oder außer A^erwendung gesetzt werden; hierher gehören Instrumente, Bett- wäsche, Schwämme, Leibschüsseln usw. asw. Da der Träger der zersetzten Stofi'e auch die atmosphä- rische Luft sein kann, so sind die Gebärhäuser an Orten zu erbauen, wo ihnen von außen durch die atmosphärische Luft keine zersetzten Stoffe zugeführt werden können. Gebärhäuser sollen daher nicht Bestandteile großer Krankenhäuser sein, und damit die atmosphärische Luft in den Räumen des Gebärhauses nicht zum Träger des zersetzten Stoffes werde, müssen die Exhalationen der Individuen vor ihrer Zersetzung aus den Räumen des Gebärhauses durch A^entilation entferat werden. Nebstdem ist es ein Erfordernis der Pro[269]phylaxis des Kind- bettfiebers, daß jedes Gebärhaus mehrere abgesonderte Räume besitze, um in denselben diejenigen Individuen, welche zersetzte Stoffe exhalieren, oder deren Krankheiten zersetzte Stoffe er- zeugen, vollkommen von den gesimden gesondert verpflegen zu können. Unter der ^Voraussetzung der Absonderung kranker Individuen ist das Zellensystem kein Erfordernis der Prophy- laxis des Kindbettfiebers, und es ist vollkommen gleichgültig, wie viele gesunde AVöchnerinnen in einem Zimmer verpflegt werden, wenn die Zahl der Wöchnerinnen nur im richtigen AVerhältnisse zur Größe des Zimmers steht. Wir haben an der I. Geburtsklinik 32 AVöchnerinnen gleichzeitig in einem Zimmer verpflegt. Ebenso ist es kein Erfordernis der Prophylaxis des Kind- bettfiebers, mehrere kleine statt eines großen Gebärhauses zu errichten. Es ist allerdlgs w^ahr, daß die absolute Sterblichkeit in einem kleinen Gebärhause nicht so groß sein kann als in einem großen Gebärhause; z. B. Kiwisch berichtet, daß an der geburtshilflichen Klinik zu Würzburg von 102 in einem Jahre verpflegten AVöchnerinnen 27 gestorben seien. Das ungünstigste Jahr für das Wiener Gebärhaus war während der 75 Jahre seines Bestehens das Jahr 1842; es starben nämRch, das Ge- bärhaus als Ganzes genommen, von 6024 AVöchnerinnen 780, oder wenn wir bloß die I. Abteilung berücksichtigen, so starben an der I. Abteilung im Jahre 1842 von 3287 Wöchnerinnen 518 AVöchnerinnen. AVelch ein ungeheurer Unterschied in der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28064045_0170.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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