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Credit: Toxine und Antitoxine. Source: Wellcome Collection.
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![frische Bouillon genau (mit Curcumapapier als Indicator) und setzten dann zu jedem Liter 7 cm3 Normalnatronlauge hinzu, das Gemisch muss dann auf Phenolphtalein noch sauer reagieren. Sie selbst, ferner Spronck *) und van Türenhout2) fanden, dass die Anwesenheit von Glukose und Glycerin in zu frischem Fleisch die Säuerung mitbedinge, und empfahlen deshalb zunächst von dem glykogenreichen Pferdefleisch abzusehen, und Spronck, das Fleisch in leicht gefaultem Zustande anzuwenden. Durch künstlichen Zusatz von Glukose konnte er die Toxinproduktion ein- schränken. Dies entspricht Versuchen von Blumenthal'■), der ebenfalls fand, dass auf zuckerhaltigen Nährböden, sobald sie mehr als \% Zucker enthalten, kein Toxin entsteht. Auch auf reinen Eiweißlüsungen, sowie reinen Peptonlösungen erzielte er keine Toxine. Smith4) dagegen hält einen geringen Glukosegehalt geradezu für notwendig (0,2 X) und will nur die schädliche Säuerung ausschließen, was auch Rüete5) durch Zusatz von Marmorstücken zu der Kultur herbeiführen will. Im Gegensatz zu Spronck hatte Nicolle6) ganz frisches Fleisch empfohlen. Martin7) be- nutzte mit gutem Erfolg eine Mischung von Extrakt aus Ochsen- oder besser Kalbfleisch und einem Extrakt aus Schweinemagen zu gleichen Teilen. Er giebt folgende Rezepte: 1. Extrakt aus Schweinemagen. Fünf Schweinemagen werden fein zerhackt oder zerquetscht, dann Mucosa und Muscularis je 200 g mit 10 g reiner Salzsäure (20 %) und 1000 g Wasser 2-t Stunden bei 50 stehen gelassen. Dann wird aufgekocht, durch lockere Baumwolle filtriert, 0,2^ Essigsäure zugesetzt und noch heiß mit Natronlauge neutralisiert, dann wird durch Papier filtriert und im Autoklaven auf 120° erhitzt. Letzteres kann man auch durch mehrmaliges Erhitzen auf 100°, sorgfältiges Entfernen des Eiweißschaumes und Fettes und eventuell Klären mit Chlorcalcium und Natriumphosphat (Bildung eines die Eiweiß- trübung mitreißenden Calciunrphosphatniederschlages) ersetzen. 2. Fleischextrakt. Ganz frisches Kalbfleisch 20 Stunden bei 35° stehen lassen, dann 500 g mit 1000 g Wasser 20 Stunden bei 35° stehen lassen, auspressen, Zusatz !] Spronck, Sur les conditions, dont depend la production d. poisons dans les cultures diphteriques. Ann. Past, IX, 759 (1895). -) van Tourenhout, Over de bereiding van diphteriegif. Utrecht 1895. Ref. Centralbl. f. Bakt., XVIII, 295 (1S95). 3) Blumenthal, Ueb. d. Möglichk. d. Bildg. von Diphtherietoxin aus EiweiC- korpern und auf Zucker enthaltenden Nährböden. D. med. Woch., 1897, Nr. 24. *) Smith, The relation of dextrose to the production of toxine. Journ. of exper. med., IV, 373 (1899;. 5) Rüete, Ueb. Herstellg. d. Di.-Heilserums. Manch, med. Woch., 1897, 213. 6) Nicolle, Pröparation de la toxine diphterique. Ann. Past., X, 333 (1896). 7) Martin, Production de la toxine diphter. Ibid., XII, 26 (1898). Oppenheimer, Tosine und Antitoxine. 5](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21009302_0075.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)