Baden-Baden und Umgebung : neuester zuverlässiger Führer mit einem Plan der Stadt, einer Karte der Umgebung, sowie Karte des Schwarzwaldes und Anleitung zu 12 grösseren Tagesausflügen / von Carl Wilhelm Schnars.
- Schnars, Karl Wilhelm.
- Date:
- 1881
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Credit: Baden-Baden und Umgebung : neuester zuverlässiger Führer mit einem Plan der Stadt, einer Karte der Umgebung, sowie Karte des Schwarzwaldes und Anleitung zu 12 grösseren Tagesausflügen / von Carl Wilhelm Schnars. Source: Wellcome Collection.
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![treibt, wird bei der Erwähnung Gernsbach'g die Rede sein. Man nimmt an, dass eine Scliifffabrtsgesellschaft schon zu den Zeiten der Römer im Murgthal bestand. Geschichtliches. Der geneigte Leser dieses Büchleins wird uns entschukb'gen, wenn wir aus hiesiger Gregend gar nichts über die sogenannte Eiszeit, ihre Gletscherbildung und Gletscherschmelzung, über die Steinzeit, über Höhlenbewohner, deren Werkzeuge und Kunsterzeugnisse, oder gar über antidiluvianische Zustände mel- den. Wir wissen, aufrichtig gesagt, nichts davon, entdeckten auch bis zur Stunde auf unseren vielen Wanderungen noch immer keine Thayinger Knochenhöhle mit künstlichen Gra- virungen auf Knochen des Ren u. dgl., was gewissermasen ein Glück zu nennen, weil es uns bei etwaigen Urtheilen darüber nicht-so heftigen Debatten aussetzt, wie solche kürzlich auf der anthropologischen Versammlung zu Constanz stattfanden. Das- jenige , was einige glückliche Finde]' als Ueberbleibsel einer urweltlichen Zeit in die Sammlungen nach Carlsruhe ablieferten, ist ächt, äcliter als z. B. die Gravirungen auf Renthi6rknochen, welche im Museum zu Schaflfhausen als Raritäten vorgezeigt werden. Betrachten wir jedoch die jetzige Gestalt des Bodens (siehe oben: Geologisches), wandern wir in den Felsen und Stein- trümmern des Batters beim alten Schlosse umher, oder prüfen wir die heissen Quellen, so müssen wir auf gewaltige Kräfte, Erdbeben u. dgl. schHessen, welche hier einst, ohne dass gleich- zeitig vulkanische Ausbrüche erfolgten , den Boden hoben, sprengten, zertrümmerten. Ein Blick, ein Ausflug in's Rhein- thal belehrt uns ebenfalls dass es einst hier ganz anders aus- sah, dass die Wasserfluthen sich bis an das Gebirge hinan- drängten , mächtige Sandbänke absetzten, sich in viele Arme theilten und durch Ueberschwemmungen ganz andere Gestade bildeten, als jetzt vorhanden sind. Schwerlich dürfte in den verloren gegangenen Schriften eines Tacitus, Plinius u. A. über derartige Umwälzungen Auskunft gegeben sein, wie Einige ver- muthen und bedauern. Als älteste, historisch bekannte Bewohner unserer Gegend sind wohl die Kelten zu betrachten, von denen wir in einigen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20399157_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


