Baden-Baden und Umgebung : neuester zuverlässiger Führer mit einem Plan der Stadt, einer Karte der Umgebung, sowie Karte des Schwarzwaldes und Anleitung zu 12 grösseren Tagesausflügen / von Carl Wilhelm Schnars.
- Schnars, Karl Wilhelm.
- Date:
- 1881
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Credit: Baden-Baden und Umgebung : neuester zuverlässiger Führer mit einem Plan der Stadt, einer Karte der Umgebung, sowie Karte des Schwarzwaldes und Anleitung zu 12 grösseren Tagesausflügen / von Carl Wilhelm Schnars. Source: Wellcome Collection.
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![baden gehen die Ansichten auseinander; wahrscheinlich begann der Bau derselben im Jahre 1102 unter Markgraf Hermann II. mit Benützung der vielleicht römischen Ueberreste daselbst. (Yergl. unten Schilderung von Ilohenbaden.) Hermann IV. war der erste Markgraf, der auf der Burg seinen beständigen Wohn- sitz nahm, wodurch der Ort wesentlich gehoben wurde. Die Erbauung der Stiftskirche fällt in das Jahr 1243; Baden bildete aber schon viel früher eine Pfarrei. Nachdem die Wittwe Hermann's Y., Irmengard, das Cisterzienserkloster Lichtenthai gestiftet, schenkten die Markgrafen Hermann YI. und Rudolf I. den Pfarrsitz an diese Stiftung. Obschon Rudolf I. vom Schlosse zu Baden nach Alt-Eberstein zog, so scheint er doch, ebenso wie seine Yorgänger, Manches für die Bäder und besonders die Befestigung der Stadt getlian zu haben , denn sonst wäre die Stadt im Jahre 1330 nicht im Stande gewesen, dem Angriffe des Bischofs Berthold II. von Strassburg erfolgreichen Wider- stand zu leisten. Im Jahre 1453 wurde die Pfarrkirche in ein Collegialstift umgewandelt. Dass die Grenieinde Baden da- mals schon ziemlich bevölkert war, erhellt aus dem Um- stände, dass man 22 Greistliche aller Art, darunter 9 Yikarien, zählte. Am Schluss des 15. Jahrhunderts, nachdem das städtische Gemeinwesen mehr emporgeblüht, der Adel weniger fehdelustig, die Sitten überhaupt milder geworden, gaben viele Burgritter ihre einsamen rauhen hochgelegenen Wohnungen auf und zogen in die mehr in der Ebene gelegenen Städte. 1479 bezog Mark- graf Christof das von ihm, mit Benützung der alten Mauern erbaute neue Schloss, hob das städtische Gemeinwesen, fügte den alten Gerechtsamen neue hinzu, verbesserte die Bade- anstalten, veranstaltete allerlei Festlichkeiten , zog Aerzte und Gelehrte heran, so dass -bald zahlreiche Fremde, darunter auch fürstliche Personen erschienen, von denen einige, z. B. Pfalz- graf Heinrich Otto, Wohnungen und Logirliäuser C^um Trompeter, zum Vogel Greif u. s. w.) erbauten. Baden soll damals 3000 Kurgäste gezählt und 12 Badehäuser mit 389 Badekästen ge- habt haben; etwa 12—15 Gasthäuser (darunter Baldreit [Bald- reich, Balderich?] Salm^ Ochs, Spiess, Löwe u. s. w.) beher- bergten die Gäste. Das Badhaus: „zum Ungemach^^ war da- mals das eleganteste; das markgräfliche oder Fürstenbad lag auf dem Marktplatze, hatte vier Badekabinette, Wasser aus der Hauptquelle und durfte von fremden fürstlichen Per-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20399157_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


