Ein Rundblick auf die Trichinen-Literatur / von B. Rupprecht.
- Rupprecht, Bernhard, 1815-
- Date:
- 1866
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![thieren MusTceltrichinen sich schwer oder nicht entwickeln lassen, vielleicht, wegen Eigenthümlichkeiten der Gewebe oder des Blutes (Pagexstecher p, 113,) lässt ]-offeu, dass ein den Trichinen un- bequemer Zusatz die Abführuugs.iitüel zu allgemeiner Anerkennung bringen wird. In den Kalomelstühlen habe ich bis zur 3. Woche sehr° häufig, wenn auch nur immer einzelne Darmtrichinen und aucli mitunter Embryonen gesehen; ebenso in den flüssigen Abgängen nach Eicinusöl. Salinische Abführungsmittel scheinen nach Mosler u ad Wagner Darmtrichinen nicht zu entfernen. Die therapeutischen Ergebnisse sind also sehr negative und es kommt bei der rein sympto- matischen Kur darauf au, die Kranken glücklich in das ßegressions- stadium überzufükren, wo die Gefahr in sich selbst erlischt. 6. Prophylaktisches. Die Trichine ist oder wird überall verbreitet (Virchow d. Lehre pag. 5. Pagenstecher pag. 105), die Trichinenkrankheit des Schweines ist nicht charakteristisch, die Trichinose des Menschen äusserst gefahrvoll imd bis jetzt unheilbar. Die Hygieine hat sich daher zur Aufgabe gemacht, eine möglichst sichere und brauchbare Prophylaxe zu schaffen. Die bisherigen Untersuchungen ergeben, dass I der Trichinenkreislauf stets von Fleisch zu Darm und von Darm zu Fleisch der Karnivoren und Omnivoren sich vollzieht, dass der Mensch seine Trichinen vom Schwein erhält, das Schwein von Eatte, Maus, Katze, Hund, Marder, Fuchs und das Schwein und die ge- nannten Thiere auch durch Infekten Koth sich trichinisiren können. Absoluter Schutz, gleichbedeutend mit dem völligen Aufgeben des Schweiuefleischgenusses, ist volkswirthschaftlich unmöglich. Daher relativer Schutz durch grösste Reinlichkeit und auschliessliche Stall- fütterung, um das Fressen von Trichmenträgern: Ratten, Mäusen etc., oder von deren Kadavern, oder von infektem Koth, den Sdiweinen unmöglich zu machen. Die Abgänge von trichiuenkranken Menschen sind mit konzentrirtem Salzwasser vermischt, erst nach einiger Zeit der Senkgrube zu übergeben und vorfindliche Trichinenschweine zum Seifekochen zu vorwenden, oder mittelst Schwefelsäure in Dünger zu yerwiVKhln. Endemische Heerde sind nachgewiesen in der k. p. Provinz Sachsen (Jessen, Magdeburg, Burg, Calbe, Quedlinburg, Wegeleben, Ermsleben, Hettstädt, Eisleben), in Blankenburg, Hannover, Anhalt, Sachsen, auf Rügen, in Westpreussen, Hamburg etc. In Hettstädt allein sind seit 1861 alljährlich Gruppenerkrankungen aufgetre- ten, die je 7, 12, 158, 8, 15 Personen betrafen und ausserdem ist hierorts durch die milaoskopische Fleischschau 18G4 und 1865 noch je ein Trichinenschwein nachgewiesen. Der Verbrauch und Versandt der Scliweine und der Fleischwaaren in und aus Infekten Gegenden ist bedenklich und dcsshalb daselbst die Schweinezucht, der Export und das Schlachten durch die Behörden ganz besonders zu über-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22286949_0049.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)