Die Physiologie der Thymusdrüse in Gesundheit und Krankheit vom Standpunkte experimenteller Forschung und klinischer Erfahrung : ein Beitrag zur Lebensgeschichte der Kindheit / von Alexander Friedleben.
- Friedleben, Alexander Engelhardt Theodor, 1819-1878.
- Date:
- 1858
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Physiologie der Thymusdrüse in Gesundheit und Krankheit vom Standpunkte experimenteller Forschung und klinischer Erfahrung : ein Beitrag zur Lebensgeschichte der Kindheit / von Alexander Friedleben. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by King’s College London. The original may be consulted at King’s College London.
30/356 page 16
![iles Material gesammelt und zu verwerthen gesucht, wie die dieser Arbeit angefiigten Tabellen darthun werden. Sie bilden die Grundlage der nach- folgenden Untersuchungen über das Wachsthum der Thymus. Ich war hierbei eifrig bemüht, alle thalsächlichen Angaben anderer Beobachter mit den meinigen zu vergleichen und habe sie desshalb in gesonderten Tabellen vereiniget. Es ist dies nicht bloss eine Forderung der Billigkeit gegen die Leistungen Anderer, es ist weit mehr noch eine Nothwcndigkeit, indem sich die Forschungen auf solche Weise zu ergänzen vermögen, da bei noch so reichhaltigem Materiale Einer nicht Alles zu sehen vermag. Ich hielt es jedoch des richtigen Vergleichs wegen überall für nothwendig, die an- deren Schriftstellern entlehnten Gewichtsbestimmungen, welche von Jedem in seinem landesüblichen Medicinal-Gewicht angegeben sind, in preussisches Medicinal-Gewicht zu übertragen, nach welchem meine eigenen Wägungen gemacht sind. Das Körpergewicht wurde nach dem alten Cölner Pfund = 32 Loth =16 Unzen preuss. bestimmt. Die Messungen geschahen nach dem Millimetermaass (Tabelle XV. XVI.). Da einfache Bestimmungen des absoluten Gewichtes der Thymus nach einer grösseren Reihe von Beobachtungen (Tabelle I.—III.) als unzu- reichend erkannt wurden, ward später überall das relative Gewicht der Thymus zu dem des Körpers erforscht und überall der Exponent beider Gewichtswerthe berechnet (Tabelle IV. — XI.). Zugleich wurde derselbe Exponent für Leber und Milz berechnet, wodurch ein Anhaltspunkt ge- geben ist zur Vergleichung der Wachsthumsvorgänge dieser drei Organe unter einander. Nur bei erwachsenen Menschen konnte ich das relative Gewicht der Umstände wegen nicht verfolgen. Hingegen suchte ich das speci- ßsche Gewicht der Thymus, wie Tabelle XII. — XTV. bekunden, in fortlaufender Reihe festzustellen, wobei ich möglichst Sorge trug, für jeden Einzelfall die Menge des in der Drüse vorhandenen Wassers mittelst des Luftbades von -]— 110° C. und des Fettes mittelst Verdunstung des ätherischen Auszugs zu bestimmen. Die Bestimmung des specifischen Gewichtes geschah überall im tarirten Piknometer bei einer Wassertempe- ratur von —]— 210 C.; der Piknometer sammt Wasser und Drüse wurde vor der Wägung so lange im Vaeuo der Luftpumpe belassen, als noch Luft- bläschen aufstiegen, was zumeist mehrere Stunden, zuweilen selbst bis zu 12 Stunden Zeit erforderte. Es ist ja hinreichend bekannt, wie sehr unsicher solche Bestimmungen ohne diese Cautel werden. Ueber die Methode der zwei Schriftsteller, welche bis jetzt einige ähnliche Bestimmungen gemacht haben (cf. Tab. XIV), finde ich Nichts angegeben. Das specifische Ge- wicht vermag aber Aufklärung zu geben über das \ erhältniss des Driisen- secretes zum Drüsengewebe; da ersteres, wie wir oben bereits angegeben haben, leichter ist als dieses, so werden wir zwar aus der Zunahme des spec. Gew. eine Vermehrung des Gewebes folgern dürfen, nicht aber um-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21308810_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


