Das Scheidensekret und seine Bedeutung für das Puerperalfieber.
- Albert Döderlein
- Date:
- 1892
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Credit: Das Scheidensekret und seine Bedeutung für das Puerperalfieber. Source: Wellcome Collection.
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![]^Q Vorkommen der Sekrete. Sekretarten nahezu gleichmässig verteilt. Von den 195 von mir untersuchten Schwangeren hatten 108 — 55/3°/o normales Sekret, 87 — 44,6°/o pathologisches.*) Hieraus ergiebt sich also die Schlussfolgerung, dass bei der Hälfte der der hiesigen Anstalt zugehenden Schwangeren Veränderungen in den Genitalien eingetreten sind, die eine pathologische Sekretion zur Folge haben. Weist noch dazu ein grosser Teil dieser Schwangeren offenbare Symptome an den Genitalien auf, die klinisch längst als krankhaft bekannt sind, so dürfte die Berechtigung der Bezeichnung „pathologisches Sekret nicht zu bestreiten sein. In dem häufigen Vorkommen des pathologisches Sekretes kann unmöglich ein Gegengrund gegen diese Annahme liegen. In anderen Anstalten mit weniger gewürfeltem Material als dem der Grossstadt, besonders aber bei Ehefrauen mit nicht so wech- selndem Geschlechtsverkehr, wird das Zahlenverhältnis voraus- sichtlich ein günstigeres sein, wie ja in Bälde weitere Unter- suchungen ergeben werden. Einen Beleg dafür giebt auch bereits das hier vorliegende Material, wenn die Erstgebärenden, die a priori nicht so vielfache Infektionsgelegenheit hatten, von den wiederholt Schwangeren getrennt werden. Die ersteren weisen ein viel günstigeres Zahlenverhältnis auf. Bei 102 Erstgebärenden war das Verhältnis des nor- malen Sekretes zum pathologischen 65:37, d. i. 63,7''/o *) Bei meiner Mitteilung in Bonn liatte ich über ein Material von 156 Schwangeren verfügt, seitdem sind noch 89 dazugekommen. Damals waren 56,4% gesund, 43,60/0 krank, die Zahlen sind auch bei dem Zuwachs nahezu dieselben geblieben.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2122416x_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)